G3 Gehäusebestimmung

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Blued Guns G3 Technikecke:

 

Gehäusebestimmung beim G3

 

Auf dem Weltmarkt tummeln sich einige Verkäufer/Hersteller von G3 Gehäusen.
Um eine etwaige Gehäuseherkunft bestimmen zu können, bedarf es einiger Beispiele.


Ein häufiger Kennpunkt wäre bspw. die Visierträgerplatte.
Die G3 Enfieldgehäuse bspw. hatten ursprünglich eine deutlich höhere Nase an der Visierträgerplatte,

da die dort verwendeten Zielfernrohrmontagen etwas anders als die Vergleichsmodelle bei der Bundeswehr waren.
Wenn man diese Nasen runterfeilt, würden aber auch die Bw STANAG ZF Montagen problemlos draufpaßen.

Man kann aber meist immer erkennen ob es eine deutsche Bw HK/Rheinmetall Nase ist, oder eine bspw. abgearbeitete Enfield Nase:

 

 

 

 

Wir stellen auch leider sehr oft fest, das alte ausländische Militärgehäuse wo man lediglich die alten Nummern unkenntlich

gemacht hat, zu finden sind. Natürlich haben die darin verbauten Laufhaltebuchsen (Kalotten) bereits eine dementsprechende

Nutzungsdauer hinter sich und die Lebensdauer einer bspw. scharfen Waffe mit solch einem Gehäuse dürfte stark reduziert sein.


Hier mal zwei Beispiele anhand freigelegter Altnummerierungen:

 

Gehaeuse_Pakistan.jpg


Gehaeuse_2.jpg

 

Was in letzter Zeit häufiger gesichtet wurde waren alte pakistanische Gehäuse.

Diese laßen sich meißt sehr einfach bestimmen, da uns derzeit keine anderen Gehäuse mit glattem Durchladerohr bekannt sind,

welche erhältlich wären.

D.h. es hätte direkten und umlaufenden Kontakt zum Innenkreis des Kornträger. Dies ist aber bei den meißten Pakistanis nicht der Fall.

 

 

Die Pakistanis haben nach den bisher aufgetauchten Modellen zu urteilen fast alle eine Freischwingerkontur.

Typisch bei der alten pakistanischen Fertigung scheint auch, dass die Durchladerohre keine

Längsrillen (Sicken) aufweisen. Diese Sicken dienen der Stabilität des Durchladerohres.

Neuere pakistanische Gehäuse verfügen aber über diese Sicken.

Bei den Pakistanis wäre aber eine weitere Besonderheit in Augenschein zu nehmen.

Es handelt sich ja nun bekanntermaßen anscheinend um demilitarisierte alt G3 Gehäuse.
Diese wurden anscheinend alle nach der technisch gleichen Methode des Laufes beraubt.
Alle von uns bislang gesichteten Gehäuse dieser pakistanischen Baureihen, weisen an der identischen Gehäusestelle Druckverformungen von wahrscheinlich Laufauspresswerkzeugen auf.

Wenn man diese Stellen zur optischen Retuschierung überschweißen würde, sähe es bspw. so aus:

 

 

 

So sah es meist vorher aus, hier kann man deutlich diese Art Druckstelle erkennen die man bei den oberen

Bildern verschweißt hat:

 

Das mit den Pakistanis dürfte ganz einfach erklärbar sein. Die Enfieldgehäuse sind so langsam aber sicher wahrscheinlich alle vergriffen. Nachschub schwierig bis aussichtslos. Also werden augenscheinlich meißt andere, verfügbare Gehäuse angeboten/verwendet. Die Pakistanigehäuse haben aber alle eines gemeinsam, sie sind alt und haben sicherlich schon so manche Schlacht geschlagen.

Das mit den Schlachten bezieht sich aber leider ebenso auf die Enfield G3 Gehäuse.

Also kann man bei beiden von stark gebrauchten Laufhaltebuchsen ausgehen.

Dies betrifft vor allem die Verriegelungstaschen für die Verschlußkopfrollen.
Dazu gibt es eine historische Geschichte die sehr interessant erscheint. Die Enfield G3`s sollen angeblich in Deutschland produziert worden sein. Die Engländer haben anscheinend lediglich ein paar Kleinteile produziert, um die Berechtigung „EN“ auf den Gehäusen als „Hersteller“ führen zu können.

Über einige Umwege gelangten diese Waffen dann wohl jedenfalls anscheinend in den lange anhaltenden Balkankonflikt.
Ist schon länger her, die Auseinandersetzungen waren aber bekanntermaßen ziemlich gravierend und heftig. Diese Enfield G3`s waren jedenfalls anscheinend allesamt in diese turbulenten Kriegerischen Auseinandersetzungen integriert und waren dort anscheinend auch einer ziemlich intensiven Nutzung ausgesetzt. Wenn man sich die Enfield G3`s in nicht überarbeitetem Zustand mal genauer anschaut, sieht man was die leisten mussten.

Als der Balkankonflikt sich dem Ende zuneigte, wanderten diese Enfield G3`s letztendlich in die Schweiz.
Von dort aus wurden sie dann anschließend u.a. durch deutsche Händler tlw. importiert und finden hier am Markt ihre Verwendung. Sind aber wie bereits erwähnt eigentlich alle vergriffen.
Hier und da scheints aber noch manchmal Einzelstücke zu geben. Man sollte beachten das ein Oberflächen-Überarbeitetes G3 Gehäuse meist wieder recht gut und äußerlich wie neu aussehen kann. Aber was die darin verbauten Kalotte (Laufhaltebuchse) schon alles wegstecken musste, kann man als Laie kaum beurteilen.

Man kann diese Enfield Altstempelung, so wie alle anderen Alt-Stempelungen ebenfalls, leider auch zuschweißen und anschließend eine neue Beschriftung aufbringen.

Wenn man aber genau hinschaut, sind die Materialunterschiede des Schweißvorganges meißt deutlich zu erkennen:

 

 

 

 

Nur mal zur Verdeutlichung. Ein original ungebrauchtes, deutsches G3 Gehäuse ungestempelt, sieht
bspw. so aus: (diese werden bspw. von uns zum Scharfwaffenbau verwendet)

 


Und das ganze noch mal frisch manganphosphatiert:

 

Was ebenfalls zu finden ist, sind FMP Gehäuse aus Portugal.

Dieses stammen anscheinend alle aus der Geschäftsauflösung der ehemaligen und sehr bekannten

Firma „Wiegand Ordonance“. Diese G3 Modelle sind immer noch als Dekowaffen am Markt erhältlich und

könnten natürlich auch bei Scharfwaffen als Teilelieferant ihre Verwendung finden.

Manchmal ist aber ein Problem bei den FMP`s festzustellen, die Laufhaltebuchsen waren anscheinend nicht immer

ganz maßhaltig. Wenn man dort also bspw. einen scharfen Lauf einsetzen würde und das Lagermaß passt nicht ganz,

könnte es mit der Zeit zu einer Laufwanderung kommen und die Waffe wäre hinüber bzw. stark reparaturbedürftig.

 

Optisch sind die FMP`s von den HK`s nur vom Profi zu unterscheiden. Es gibt da aber eine Möglichkeit.
Man gehe samt Gehäuse zum nächsten Materialprüfer.
Gegen eine geringe Gebühr kann man dort meist sein Gehäuse Röntgen lassen.

Wir haben selber bereits ein angekauftes Stück Röntgen laßen und siehe da, die komplette Altbeschriftung samt Zahlen wurde wunderbar lesbar.
Da nützt auch alles bearbeiten mit einem Schweißgerät nichts, Schlagzahlen hinterlassen einen dauerhaft bleibenden „Eindruck“ im Material.

Nun wäre also ein grober Abriss der am deutschen Markt befindlichen G3 Gehäuse vollzogen.
Für Vollständigkeit können wir natürlich keine Garantie geben.

 

 

Eine etwaige Übereinstimmung mit Scharfwaffen wäre natürlich nicht beabsichtigt.

 


g3 hk hk41 mp5 xr41 bwt3 mke t41